Gedanken einer Zweiferlin
Irgendwie wissen alle, ob sie Kinder wollen oder nicht. Nur ich nicht.
Warum ist da so? Was stimmt nicht mit mir? Ich habe doch den perfekten Plan von Haus, Heirat und Kindern. Nur fühlen tue ich ihn nicht.
Also bleibe ich kinderlos? Aber was ist, wenn ich irgendwann bereue, keine Kinder bekommen zu haben? Wer kümmert sich dann um mich, wenn ich alt bin? Werde ich nicht einsam sein?
Und trotzdem kann ich mir ein eigenes Kind gerade überhaupt nicht vorstellen. Ich will auch nicht bereuen, ein Kind bekommen zu haben. Dieses Risiko ist mir einfach zu groß und auch dem Kind gegenüber unfair.
Und was ist, wenn ich mich irgendwann doch dafür entscheide und es dann zu spät ist? Was ist, wenn ich mir niemals wirklich sicher bin?
Das waren meine Gedanken, bevor ich in der Kinderfrage entschieden war. Immer wieder. In Dauerschleife.
Und weißt du, was das Schlimmste daran war? Ich habe mich damit so allein gefühlt. So unendlich allein.
Es hatten zwar viele Verständnis, aber niemand hat mich wirklich verstanden. Ich habe mich ja selbst nicht richtig verstanden und habe einfach versucht, den Kinderwunsch zu erzwingen, anstatt wirklich hinzusehen.
Das ist der Grund, warum ich das hier mache. Damit sich keine Frau mit dieser Entscheidung so allein und verloren fühlt wie ich. Und damit sie nicht länger wegsieht, sondern eine Entscheidung trifft, die wirklich ihre ist.